Rohbauabrechnung Hernermann


Preissteigerungen in der Baubranche –
wie sollen Handwerker und Kunden damit umgehen?

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Herne/Amberg (prnews|wro) - Die Preise für Bau-stoffe sind zuletzt massiv gestiegen mit einem Sprung wie in den letzten 70 Jahren nicht. Dazu kommt, dass nicht nur einzelne Rohstoffe betroff-en sind, sondern Holz, Stahl, Kupfer oder Dämm-material gleichermaßen. Die Preissteigerung von Baustahl betrug 2021 laut statistischem Bundes-amt mehr als 50% zum Vorjahr, bei Dämmstoffen liegt der Anstieg bei ca 30%.

Neben den Preisen bestehen teilweise Liefereng-pässe, sodass hierdurch Wartezeiten entstehen und die Bauprojekte sich weiter verzögern. Die Gründe für Preissteigerungen und Lieferengpässe sind vielfältig. Es kommen derzeit viele unglück-liche Kriterien zusammen: Gestiegene Energie-preise erhöhen die Herstellungs- und Transport-kosten, gesperrte Häfen und hohe Krankenstände in der Logistikbranche verzögern die Lieferung.

Das macht die Bauplanung und die Aufmaßer
stellung für Bauabrechnungsbüros
 schwierig. Bauprojekte ziehen sich über einen langen Zeit-raum. Planungssicherheit ist für alle Beteiligten wünschenswert, allerdings derzeit kaum zu er-möglichen. Bei einer Baukalkulation werden Men-gen berechnet, die als Grundlage für Angebote dienen. Liegen zwischen dem Auftrag und der Umsetzung Jahre wie diese mit Pandemie und Krieg, weicht das Angebot mitunter stark von der Rechnung ab. 

Eine zusätzliche Schwierigkeit für die Baukalkula-tion ist, dass für manche Materialien nur Tages-preise genannt werden.

Diese Umstände können jedoch weder der Auf-traggeber noch der Auftragnehmer komplett übernehmen. Welche Lösungen sind für Bau-projekte in Krisenzeiten möglich?

Bei bestehenden Verträgen müssen die  Vertrags-unterlagen geprüft werden, inwiefern Anpassun-gen möglich sind. Für neue Verträge sind mehrere Möglichkeiten sinnvoll:

Die Planungsunsicherheit sowie die sehr hohen Preise bremsen die Branche aus.
Es werden Projekte nicht umgesetzt oder in die nächsten Jahre verschoben.
Es ist daher für beide Seiten sinnvoll, nach Lösungen zu suchen.

Bild: Rohbauabrechnung Hernermann

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Preisgleitklauseln
Mit Preisgleitklauseln ist es möglich, Preissteigerungen die zwischen Angebot und Rechnungsstellung liegen weiter zu geben. Es müssen allerdings einige Vorausset-zungen erfüllt sein, um nicht dem Betrug Tür und Tor zu öffnen.

Es muss für den Kunden ersichtlich sein, wie und auf welcher Berechnungsgrund-lage sich der Preis zusammensetzt. Darüber hinaus sollte sie erst zum Einsatz kom-men, wenn es sich um massive Preiserhöhungen – zum Beispiel ab 20% Preisstei-gerung – handelt. Zudem wird vorher festgelegt, für welche Materialien die Klausel gilt.

Freibleibende Angebote
Eine andere Möglichkeit stellen freibleibende Angebote dar. Das bedeutet, dass der Kunde ein Angebot erhält, das zum Beginn der Ausführung mit den aktuellen Preisen abgeglichen wird. Weichen die Preise erheblich ab, besteht keine Pflicht, den Auftrag ausführen zu lassen.

Freibleibende Angebot schützen ausführende Betriebe davor, Materialpreissteige-rungen alleine zu tragen. Es bleibt das Risiko, dass Aufträge nicht erteilt werden.

Befristete Angebote
Wann immer möglich sollten Angebote befristet werden. Hier ist es für den ausfüh-renden Betrieb sinnvoll, sich von Lieferanten Einkaufspreise zusichern zu lassen und die gleiche Frist für das Angebot zu setzen, die durch den Lieferanten vorgegeben ist. Das ist in sehr unsicheren Zeiten mit Tagespreisen nicht immer möglich. Einige Handwerker setzen daher in ihren Angeboten vorsichtshalber bereits höhere Mate-rialkosten an und geben eine kurze Angebotsfrist.

Die Planungsunsicherheit sowie die sehr hohen Preise bremsen die Branche aus. Es werden Projekte nicht umgesetzt oder in die nächsten Jahre verschoben. Es ist daher für beide Seiten sinnvoll, nach Lösungen zu suchen.