traceless materials GmbH


Kunststoff-Ersatz vom Getreide-Acker

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  • traceless materials, Hamburg: Nominiert für den Deutschen Gründerpreis 2022 in der Kategorie StartUp

  • Bio-Granulat „traceless“ soll Kunststoff-Anteil in Folien, Beschichtungen und Besteck ersetzen

  • Deutscher Gründerpreis: Verleihung am 13. September 2022 im ZDF Hauptstadt-studio in Berlin

Dr. Anne Lamp und Johanna Baare, Gründerinnen der traceless materials GmbH, nominiert in der Kategorie StartUp. Foto:
Dirk Bruniecki für Deutscher Gründerpreis

Amberg (ots|wro) - Folien, Beschichtungen, Besteck: Den Kunststoff-Anteil in all diesen Pro-dukten will traceless materials aus Hamburg mit dem eigenen Bio-Granulat „traceless“ er-setzen – ein Naturstoff, der die Eigenschaften von Plastik hat, aber in der Natur vollständig kompostierbar ist und zudem eine hervorragende Ökobilanz aufweist. Dafür hat die Exper-tenjury des Deutschen Gründerpreises die Hamburger in der Kategorie StartUp 2022 nomi-niert. Welcher der jeweils drei Finalisten in den Kategorien „Aufsteiger“ und „StartUp“ die begehrte Trophäe gewinnt, erfahren die Kandidaten bei der Preisverleihung am 13. Sep-tember 2022 im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin.

Verbraucher setzen die Konsumgüter-Indu-strie weltweit unter Druck: Im Supermarkt und im Online-Handel sind die Produkte be-sonders erfolgreich, die nachweislich „grün“ sind. Konzerne werden quasi gezwungen, den Kunststoff-Anteil in ihren Produkten und Verpackungen massiv zu senken. Die Ham-burgerin Dr. Anne Lamp (31) hat der weltwei-ten Plastikverschmutzung den Kampf ange-sagt und empfiehlt sich und ihr Unterneh-men damit gleichzeitig als Retter in der Kon-zern-Not. Die Verfahrensingenieurin hat ei-nen Stoff erfunden, der in vielen Bereichen der Konsumgüter-Herstellung Plastik ohne großen Aufwand ersetzen kann. Das trace-less-Granulat lässt sich praktisch wie Kunst-stoff-Granulat verarbeiten, besteht aber nicht aus Erdöl, sondern aus Getreide-Abfall. Für eine Tonne traceless-Granulat wird eine Ton-ne weniger Plastik hergestellt – und das bei 1,7 Tonnen weniger CO2-Ausstoß.

Die Erfindung von Dr. Anne Lamp lässt den Bio-Traum Realität werden: Ein Abfallprodukt, das selbst schon bio ist, wird umweltscho-nend weiterverarbeitet und ersetzt ein Pro-blemprodukt: Getreidereste statt Plastik! Klingt fast zu phantastisch. Und so wurde sie auch von der Kunststoffindustrie belächelt: „Kunststoff wird immer billig sein“, bekam sie zu hören. Statt sich davon einschüchtern zu lassen, gründete sie ihre eigene Firma: „Mir war von Anfang an das große Potenzial be-wusst.“ Über ein Mentoring-Programm lernte sie Mitgründerin Johanna Baare (33) kennen. Die Psychologin und MBA war zuvor unter anderem als Unternehmensberaterin für die Business Innovation Consulting Group tätig, hat hier Erfahrung in der Skalierung ihres Teams und des Unternehmens gesammelt. Ihr Wunsch war es jedoch schon länger ge-wesen, den eigenen Erfahrungsschatz bei Start-ups einzubringen.

Untrennbar mit dem traceless-Granulat ver-bunden ist die traceless-Technologie, der von Dr. Lamp entwickelte, innovative Bioraf-finerie-Prozess, der aus Getreide-Abfall Pla-stik-Ersatz macht. „Das spezifische Material ist nicht komplett neu“, erläutert die Erfinde-rin, „es ist die neue Art und Weise, wie die Moleküle, die Bausteine der Natur, genutzt werden können und wie sie ihre Funktionali-sierung erhalten, die das Material in der Ver-arbeitung dem Kunststoff so ähnlich macht. Die Innovation ist der Prozess vom Abfall-produkt der Lebensmittel-Produktion hin zum Kunststoff-Ersatz.“

Das Ergebnis ist schlicht faszinierend: trace-less ist in allen Wirkungsindikatoren – also etwa CO2-Emissionen, Bio-Basis, Nicht-To-xizität – so nachhaltig einzigartig, dass es dafür noch nicht einmal ein Zertifikat gibt, das traceless-Kunden für Endverbraucher
als Zusatz-Information auf die Verpackung drucken könnten. Die Lösung ist eine „Ingre-dient Brand“: „Unser Ziel ist, traceless auch bei Endkunden so bekannt zu machen, dass ein schlichter Hinweis darauf zeigt, dass man mit diesem Produkt nichts falsch macht“, sagt COO Johanna Baare.

Lufthansa und Otto zählen zu den ersten In-dustriekunden, die das in der traceless-Pilot-anlage in Buchholz in der Nordheide (bei Hamburg) hergestellte Granulat auf Herz und Nieren prüfen. Das wird dann beispielsweise zu Catering-Verpackungen von Lufthansa verarbeitet. Noch in diesem Jahr werden die Schutzhüllen auf einzelnen Lufthansa-Flü-gen unter Echtbedingungen getestet. 40 weitere Konsumgüterhersteller und rund ein Dutzend Partner aus der Kunststoff-Industrie, vor allem Verpackungshersteller und Kunst-stoffhändler, haben schon ihr Interesse bei traceless angemeldet.

Die Finalisten in der Kategorie StartUp, ein- bis maximal dreijährige Unternehmen, die ihre Geschäftsidee besonders erfolgreich am Markt etabliert haben, sind:

  • Additive Drives GmbH, Dresden: Mobilität wird weltweit mehr und mehr elektrisch. Mit ihrer Kombination aus Fachwissen über Elektromotoren und der Fähigkeit, diese im 3D-Verfahren zu drucken, hat Additive Drives für die weltweite Autoindustrie nicht nur ein Bedarfsproblem gelöst, sondern hilft den Herstellern, ihre Produkte zu ver-bessern. Neben allen großen deutschen Automarken gehören auch Ford (USA) und Toyota (Japan) schon jetzt zu ihren Kunden. Nächster Schritt: die Luftfahrt-Industrie.
  • Aleph Alpha GmbH, Heidelberg: Wie kein anderes Modell für künstliche Intelligenz (KI) versteht Aleph Alphas „Luminous“ lo-gische Zusammenhänge von Text, aber auch von Bildinhalten. Die von der KI aus-formulierte Antwort ist dabei nicht nur prä-zise, schnell und transparent, sondern auch sprachlich auf den Menschen aus-gerichtet. Aleph Alpha strebt an, das füh-rende europäische Unternehmen zu wer-den, das diese „KI der nächsten Gene-ration“ erforscht.
  • traceless materials GmbH, Hamburg: Folien, Beschichtungen, Besteck: Den Kunststoff-Anteil in all diesen Produkten soll künftig das Bio-Granulat „traceless“ ersetzen – ein Naturstoff, der die Eigen-schaften von Plastik hat, aber in der Natur vollständig kompostierbar ist und zudem eine hervorragende Ökobilanz aufweist. Traceless lässt einen Bio-Traum Realität werden: Ein Abfallprodukt, das selbst schon bio ist, wird umweltschonend wei-terverarbeitet und ersetzt ein Problemprodukt.

In der Kategorie Aufsteiger werden Unter-nehmen ausgezeichnet, die nicht älter als neun Jahre sind und bereits ein außerordent-liches Wachstum erreicht haben. Nominiert sind in diesem Jahr:

  • Appinio GmbH, Hamburg: „Die schnellste Marktforschung der Welt“ stellt die Bran-che auf den Kopf. Statt Tage oder Wochen dauert es im Schnitt nur wenige Minuten, bis Appinio eine Umfrage „draußen im Feld“, also bei den Befragten, hat und die Ergebnisse vorliegen. Mit einer völlig neu-en Methodik, Social-Media-Mechanismen und einer ordentlichen Portion Entertain-ment gewinnt Appinio schneller bessere Daten, auch weil die Befragten ehrlicher antworten.
  • osapiens Services GmbH, Mannheim: Transparenz, Berechenbarkeit und Ver-trauen entlang der gesamten Lieferkette – mit B2B-Softwarelösungen schützt osa-piens Verbraucher und global agierende Unternehmen nicht nur vor Produktfäl-schungen, Piraterie und Schmuggel, son-dern stellt auch die digitale Grundlage für nachhaltigere Lieferketten zur Verfügung. Externe Anforderungen – etwa durch den Gesetzgeber – sind viel einfacher, weil automatisiert und KI-gestützt, umsetzbar.
  • Schüttflix GmbH, Gütersloh: Mit seiner App für Schüttgüter, Transporte und Ent-sorgung tritt Schüttflix an, die Baubranche zu modernisieren. Bestellvorgänge und Lieferungen von Kies, Schotter und Sand sind mit der App so einfach wie die Online-Bestellung auf dem Smartphone. Zudem werden Leerfahrten reduziert und damit die Ökobilanz verbessert. Schüttflix macht Schluss mit Problemen, die die Baubran-che schon seit Jahrzehnten plagen und ändert, wie „auf dem Bau“ gearbeitet wird.

Alle Finalisten erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting. Zudem über-nehmen Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Gründerpreises über einen Zeit-raum von zwei Jahren Patenschaften für je-den Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unter-nehmen erhalten außerdem ein Medientrai-ning beim ZDF sowie Zugang zum Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.