NFTs im Luxus-Segment: Designermarken dürfen beim Trend um digitale Produkte nicht den Anschluss verlieren

Bonn (ots/wro) - Videospiele und Designermode - passt das zusammen? Der Trend zu Fashion-NFTs zeigt: ja. Was aber macht "unersetzbare digitale Objekte" für Luxusmarken attraktiv? Und warum gehen die Use-Cases längst über Gaming hinaus? Nina Scharwenka, Conrad Heider und Jakob Schatz, Pricing-Experten im Bereich Luxusgüter bzw. Digital der globalen Strategiebera-tung Simon-Kucher & Partners erklären, warum die sogenannten Non Fungible Tokens speziell für Designer-Brands so reizvoll sind.

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Digitale Designerstücke, virtuelle Kollektionen:
Was vor wenigen Monaten wie eine experimentelle Symbiose von Luxusgüter-Industrie und Virtual Re-ality wirkte, etabliert sich immer mehr zur zukunfts-trächtigen Marktstrategie. Brands wie Prada, Dolce & Gabana und Bulgari haben das Potenzial digitaler De-signprodukte längst entdeckt. Kürzlich gab es mit der Metaverse Fashion Week die erste große virtuelle Modenschau. Ist das der Beginn einer neuen Ära für Fashion- und Designlabel im Luxussegment?

Tatsächlich werden Mode-NFTs salonfähig. Immer mehr Konsumenten möchten Teil dieser neuen Welt sein, in der man mit wenigen Klicks digitale Luxus-Sneaker für seinen Avatar oder ein limitiertes Stück virtuelle Haute Couture erwerben kann. Heute hängt ein Statussymbol nicht mehr bloß im Schrank -sein Besitz wird über das Internet der ganzen Weltpräsentiert.

Warum aber sind NFTs speziell für
die Luxusgüter-Industrie so reizvoll?

Ob Kunstmarkt, Musikindustrie oder Gaming-Bran-che: NFTs sind gerade überall Thema. Profitieren können hier vor allem jene Industrien, die mit Fäl-schungen zu kämpfen haben oder deren Zielgruppe bisher sehr eng definiert war. Für Fashion- und De-signlabels trifft beides zu - ihnen bieten NFTs drei große Vorteile: Erstens wird durch die Erschaffung von Sammlerstücken und Raritäten das Gefühl der Exklusivität gefördert. Gleichzeitig baut digitales Anprobieren Kaufbarrieren ab. Der vielleicht wich-

tigste Punkt: Durch NFTs entsteht ein völlig neuer Zugang zur Marke. Das kann die Zielgruppe erheblich erweitern.

Gamer, Tech-Affine, Sammler:
NFTs sorgen für eine Zielgruppenerweiterung

Einige sprechen von einem völlig neuen Markt für Lu-xusbrands. Wird hier übertrieben? Keineswegs. Rich-ten sich Designermarken wie Gucci sonst vorwiegend an vermögende Mode-Interessierte, rücken durch Non Fungible Tokens und die Kopplung mit Video-games - wie bei Balenciaga und Fortnite - plötzlich auch Tech-Affine, Gamer, Sammler und Krypto-Inve-storen in den Fokus. Damit werden nicht nur Männer als Zielgruppe noch attraktiver - auch Konsumenten mit deutlich kleinerem Budget zählen plötzlich zu den potenziellen Kunden der Luxus-Brands. Eine enorme Chance, die es zu nutzen gilt.

Rasanter Start ohne echtes Fundament

Sind NFTs also mehr als ein Hype? Tatsächlich ent-wickelte sich der NFT-Markt im letzten Jahr rasant. Die meisten Brands haben erkannt, dass sie frühzeitig investieren müssen. Erste Gehversuche im Metaverse wurden gestartet - oftmals aber ohne ausgefeilte kommerzielle Strategie. Technologische Innovation steht hier noch vor dem Business Case. Trotzdem ist die rasche Entwicklung im Luxus-Segment bemer-kenswert. Vor allem da das Metaverse sein Potential noch nicht erreicht hat. So sehen wir eher eine An-sammlung kleiner Microverses. Und die macht es schwierig, virtuelle Güter von einer Plattform zur nächsten zu transferieren.